Endzeit – Legende: Eine Erzählung über das Ende der Welt


#3 Unter der Erde

Als die Nacht dem Tag wich, hatten sie es bereits weit geschafft.

Die Landschaft hatte sich gewandelt, es war bergiger geworden. Das karge Land wirkte kalt und verlassen, trotz der Hitze, die tagsüber herrschte. Den verbrannten Wald hatten sie längst hinter sich gelassen, das einzige was sie sahen war Fels und Geröll, eintöniges Grau soweit das Auge reichte.

Ihr Gang hatte sich verlangsamt. Je weiter sich die Sonne am fernen Horizont hinter ihnen erhob und je heißer es dadurch wurde, desto langsamer wurden sie.

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#2 Freunde und Feinde

Der große, schwarze Vogel flog laut krächzend davon. Langsam erholte er sich wieder von dem Schrecken.

 

Tajeu warf sonst nichts so leicht aus der Bahn, jedoch war der Rabe das erste Lebewesen, das er zu Gesicht bekommen hatte, seit er vor einigen Stunden zu sich gekommen war. Der große, dunkelhäutige Mann sah sich nach allen Seiten um, jedoch deutete nichts darauf hin, dass noch jemand außer ihm den Vogel bemerkt hatte. Geschweige denn, dass überhaupt jemand außer ihm in der Nähe war.

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#1 Böses Erwachen

Katiana durchstreifte das Unterholz auf der Suche nach etwas Essbarem. Mit ihrer Taschenlampe leuchtete sie in das Dunkel des Waldes hinein und konnte trotz des hellen Lichtkegels kaum die Hand vor Augen sehen. Schnell setzte sie ihren Weg fort und kam wieder auf dem schmalen Pfad an, der sie aus dem verkohlten Dickicht herausführen würde. Geduckt huschte sie zurück zu den großen Betonruinen. Ihr Bündel lag noch genau dort wo sie es abgelegt hatte. Sie packte das Gefundene hinein und verschnürte alles wieder sicher. Jetzt war es soweit, sie würde sich aus der Stadt herauswagen um in einem der unzähligen Vororte nach etwas Essbarem zu suchen. Ihr Magen knurrte ununterbrochen, so hungrig war sie.

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#0 Endzeit – Legende: Intro

Morgan streckte noch einmal den Kopf über den Rand seines Monitors und sah sich um. Kein Chef in Sicht. Er atmete erleichtert auf. Ohne zusätzliche Aufgaben oder weitere Besprechungen in den Feierabend zu entkommen war zu einer Seltenheit geworden. Der große, schlaksige Mann stand auf, schaltete den Bildschirm aus und warf sich mit einer eleganten Bewegung seine dünne Jacke über die Schulter. Zügig verließ er das Büro, den Kollegen ein schönes Wochenende wünschend, und trat hinaus in die belebte Einkaufspassage. Unterwegs blieb er an dem Schaufenstermonitor eines IT-Fachgeschäftes hängen. In den Nachrichten war eine Grafik zu sehen, in der mehrere Meteoriten auf die Erde zurasten, ein Wissenschaftler saß wild gestikulierend daneben und kommentierte das Geschehen.

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